Ricardo Villalobos @ Green & Blue

from 1988 - several small resident jobs
from 1990 - producer activities
1992 - promoter of the 'Paranoia Paradise'- and 'House Research'-parties in Darmstadt together with 'c-rock' (until 1996)first releases
1993 - foundation of his own label 'Placid Flavour' and resident DJ at the 'Café Kesselhaus' in Darmstadt
1994 - DJ at the 'total eclipse'-party in the north of Chile together with Stacey Pullen, Derrick May, 'm/s/o', 'sieg ueber die sonne' etc from 1994 on several tours in South America (Chile, Argentina, Brasil, Mexico and Venezuela) foundation of the label 'RUTA 5' in New York and Santiago de Chile
1995 - resident DJ at 'the box' in Frankfurt (until 1998)
1997 - move to Ibiza and Chile
1998 - resident DJ at the bar 'Sa trincha' in Las Salinas / Ibiza
from 1999
resident DJ for Cocoon at the 'Amnesia' / Ibiza
2000 - move to Berlin

Ricardo Villalobos played at the most important German discos (Ultraschall, Stammheim, E-Werk, Omen etc) and at the biggest events and raves (incl Love Parade). He also spinned at the big events and discos in South America.

Productions for: Perlon, Playhouse, lo-fi, Research, Below, Frisbee, Harthouse, I-220, Kanzleramt.

Ricardo stammt aus Chile. Sein Vater ist gebürtiger Chilene, seine Mutter ist Deutsche.

Der Militärputsch in den 70ern zwang die Familie Villalobos mit ihrem damals dreijährigen Sohn das Land zu verlassen und nach Deutschland auszuwandern. In der Nähe von Darmstadt hat sich die Familie dann niedergelassen. Praktisch war die Nähe zum Frankfurter Flughafen, hier haben beide Eltern gearbeitet. Das Reisen war für Ricardo daher von klein auf etwas natürliches, selbstverständliches. Ebenso normal und wichtig war die Musik: Als kleiner Junge hat er viel südamerikanische Folklore und Salsa gehört, später kam Rockmusik dazu, die er bei seinem Vater aufschnappte. Im Alter von etwa neun Jahren, folgte eine heftige ABBA-Phase - Ricardo war total verknallt in Agnetha. Sein Vater war ihm wichtiges Vorbild und Mentor, gerade auch in musikalischer Hinsicht, denn über seinen Vater erhielt er eine breitgefächerte musikalische Vorprägung. Er war es auch, der ihn erstmals mit den elektronischen Klängen von Bands wie Tangerine Dream und Kraftwerk bekannt machte. Vater und Sohn hatten so etwas wie einen Pakt - die beiden liebten es zusammen richtig laute Musik zu hören und hatten ihren Spaß - zum Leidwesen der Mutter, die sich immer vergeblich über die Lautstärke beschwerte.

Chilenische Freunde, die eine Konzertagentur betrieben und Partys organisierten, ‹‹ zeigten dem vorpubertären Ricardo, wie man trommelt. Bald bekam Ricardo seine erste Conga und wurde, noch bevor er anfing aufzulegen und in Clubs zu gehen, zum Percussionisten. Ein tiefes Gefühl für Rhythmik hat ihn also schon in Kindheitstagen geprägt und heute noch ist er total fasziniert, wenn er einen guten Percussionspieler hört, der absolut drin ist in seinem Tun. Seine Eltern förderten ihn auch hier und gaben ihrem Sohn die Möglichkeit, sich in Brasilien, Kuba und Deutschland in der Trommelkunst unterrichten zu lassen. Da seine Mutter bei einer Fluggesellschaft arbeitete, konnte er in den Ferien so manchen Freiflug für sich nutzen. Von seinem Vater übernahm er nicht nur die Leidenschaft für gute Musik, sondern auch das eifrige Sammeln von Platten. Um 1988 herum stand er das erste Mal als DJ in einer richtigen Diskothek, nachdem er sich zuvor bei Schulpartys und Sessions im eigenen Partykeller bewährt hatte. Zuvor hatte ihm sein Vater im Alter von 15 Jahren einmal das berühmt-berüchtigte Dorian Gray im Flughafen von innen gezeigt - die Clubszene hat er jedoch jahrelang zunächst mehr von der Beobachterperspektive aus erlebt. Anfang der 90er hat er dann vermehrt in eigenes Equipment investiert, nachdem er bereits einige Jahre zuvor seinen ersten kleinen Roland-Syntheziser geschenkt bekam. Schulkameraden haben hier seine Begeisterung für die kleinen grauen oder schwarzen Gerätschaften geweckt mit denen man so merkwürdig schöne Musik machen konnte. Da er in den 80ern zum fanatischen Depeche Mode Fan wurde, waren die ersten eigenen Stücke auch eher poppiger Natur.

Doch nach der Liebe für Wave und Synthie-Pop folgte bald das Acid-House-Fieber und das Interesse an eher technoiden Klängen.

Bereits 1992 erschien die erste Veröffentlichung Ricardos auf dem Label Overdrive. Gepackt von der Gründerzeiteuphorie der Technoszene rief Ricardo gemeinsam mit einigen Freunden die Labels Plastic Flavour und Elastic Music ins Leben, die jedoch später wieder eingestellt wurden.

Er gehörte zu einer Clique Musik- und Party-Begeisterter, die illegale Partys unter Autobahnbrücken und leerstehenden Gebäuden in Darmstadt und Umgebung organisierten.

Bei einer dieser legendären Partys lernte Ricardo Ata und Heiko M/S/O kennen, die bald einen starken Einfluss auf seine musikalische Ausrichtung haben sollten. Auch das Zusammentreffen mit Roman Flügel und Jörn Elling Wuttke (Alter Ego) sowie Losoul, die alle aus und um Darmstadt ‹‹ stammen, war bedeutsam. Durch die vielen kleinen selbstveranstalteten Partys wurde Ricardo auch als DJ schnell bekannter. Nachdem er Ende 1994 seine erste Platte auf Playhouse veröffentlichte, lud ihn die Ongaku-Crew ein, bei dem Eclipse Rave zur Sonnenfinsternis in Chile als DJ mit dabei zu sein. Die Party war ein Mega-Erfolg, neben amerikanischen House- und Techno-Größen wie Stacy Pullen oder Derrick May spielten hier auch viele deutsche DJs und die chilenische Technobewegung bekam mächtig Auftrieb. Von diesem Jahr an spielte Ricardo jedes Jahr jeweils im deutschen Winter in seiner ursprünglichen Heimat.

1995 wurde Ricardo für zwei Jahre als Resident in der Frankfurter »Box« engagiert, dem Nachfolge-Club des beliebten »XS«. Über seinen Resident-Job bekam er weitere interessante Booking-Angebote und durfte z.B. im Kult-Club »Omen« seine Platten auspacken. Im Jahre 1997 veröffentlichte er nicht nur seine erste Platte auf Perlon, sondern reiste auch erstmals nach Ibiza, die magische Insel die neben Deutschland und Chile später fast so etwas wie seine dritte Heimat wurde. Von 1997 - 1999 pendelte er zwischen Ibiza, Deutschland und Chile hin und her.

Seit er 1999 erstmalig bei den Cocoon Partys auf Ibiza gespielt hat, gehört er mit zum festen Stamm dieser Partys und lässt sich über die gleichnamige Cocoon Bookingagentur verbuchen.

In den folgenden Jahren festigte sich sein Ruf als exzellenter DJ, der mit ausgedehnten Sets die Crowd in aller Welt entzückt. Auch als Produzent trat Ricardo nun mehr und mehr in Erscheinung. Mit Stücken wie »Ibiza 99«, »808 The Bassqueen« und nicht allein durch seine zahlreichen Remixes erreichte er eine stetig wachsende Fangemeinde mit seinen deep hypnotischen Grooves in denen man sich so schön verlieren lassen kann.

Im Jahre 2003 gilt Ricardo Villalobos als herausragender Vertreter eines Genres, das keinen Namen trägt. Er durchbricht mit seinem genreübergreifenden speziellen Style die engen Grenzen von House, Techno und dem üblichen Minimalismus und würzt die taufrischen Sounds, die dabei entstehen mit der gewissen südamerikanisch-perkussiven Note. Der Kult um Ricardo als DJ und Produzent wächst daher stetig und er ist längst so etwas wie ein Opinion-Leader. Ricardo, der seit Kindesbeinen an das Reisen liebt und in den letzten Jahren fast den kompletten Globus mit seiner Musik beehrt hat, sieht sich heute als herumstreunender Musiker. Sonnengebräunt und gerne mal mit Viertagebart hat Ricardo eine unheimlich lässige, sympathische und positive Aura an sich, die er gerne an sein Publikum weitergibt. Und die Freunde seines Sounds nehmen dankbar alles auf. Was bei Ricardo in den DJ-Charts ganz oben steht, wird von ‹‹ den Fans - wenn überhaupt möglich - nachgekauft. Auf Cocoon veröffentlichte Ricardo im Sommer 2003 seine Mix-CD »Taka Taka« bei der er viele schwer zu bekommene Raritäten zu einem sonnig-fluffigen Mix verwebte und die Wartezeit auf sein im Herbst erscheinendes Album verkürzte.

Und nun ist es soweit »Alcachofa« - das Artischocken-Album auf Playhouse, ist bereit von seinen Hörern Schicht um Schicht sanft und sinnlich entblättert zu werden. Ricardo stammt aus Chile. Sein Vater ist gebürtiger Chilene, seine Mutter ist Deutsche.

Ricardo Villalobos
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